ehemalige Schulschach-Referentin der Pfalz




Letzte Änderung:    09. Feb. 2018

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Lehrwerke / Arbeitshefte für den Einsatz in Schulschach-Gruppen


Ob Sie in ihrer Schulschach-AG-Gruppe Arbeitshefte zur Vertiefung des besprochenen Themas einsetzen, ist natürlich auch Geschmackssache und unterliegt Ihrem persönlichen Unterrichtsstil.

Will man aber die Schüler in ihrem schachlichen Können effektiv voranbringen, ist meines Erachtens Übung angesagt, da reicht einmaliges durchsprechen eines Themas nicht (wie überall im Leben). Und dazu sind Übungen in Form von Arbeitsblättern oder Arbeitshefte/Lehrwerke für Schach auch in einer AG-Gruppe sehr dienlich.


Ein weiterer Aspekt, der mit Arbeitsheften geschult werden kann, ist die Visualisierung/Mustererkennung. Mehr dazu finden Sie im entsprechenden Verzeichnis.


An Arbeitsheften gibt es einiges auf dem Markt, aber nicht alles ist gleichermaßen für den Einsatz in Schulschach-Gruppen geeignet, auch wenn es der Titel suggeriert.

Für die Übungsphase Theorie steht in der AG-Stunde nur ein recht knapp bemessenes Zeitfenster zur Verfügung. Auch gerade daraus ergeben sich einige Anhaltspunkte, wie geeignete Arbeitshefte für AG-Gruppen meines Erachtens aussehen sollten.


Kriterien, die ich an die Eignung von Arbeitshefte  für AG-Gruppen stelle:


a. mehr als 3-4 Übungen zum selben Thema

b. nur ein klar umrissenes Thema pro Seite

c. kurze/klare Arbeitsanweisung

d. keine „Ablenkung“ durch andere Beschäftigungen

e. klare Strukturierung und Übersichtlichkeit

f. für jüngere Schüler sollten die Aufgabenfelder nicht zu klein sein

g. zur Binnendifferenzierung ev. mehr als eine Seite mit immer schwerer werdenden Aufgaben zum selben Thema

h. nicht zu viele Themen pro Heft, nur so viele, wie realistisch auch in einem Halbjahr/Schuljahr zu bewältigen sind


Erläuterungen zu:


a) Üben heißt immer und immer wieder das gleiche mit veränderten Ausgangsbedingungen tun, Lösungen finden, da sind 1-4 Aufgaben definitiv zu wenig.

b) Aufgabenmischungen auf einer Seite führen zur Irritation und bedürfen höheren Erklärungsaufwand seitens des AG-Leiters (unnötiger Zeitaufwand) oder zusätzlichen Zeitbedarf durch Lesen der jeweiligen Arbeitsanweisungen pro Aufgabe durch den Schülern (siehe auch Punkt c).

c) Kurze Anweisungen wie z.B. „Verteidigen durch Wegziehen“, „Doppelangriff mit der Dame“, „Matt in einem Zug“ oder „Schach parieren“ reichen nach der Besprechung des Stundenthemas voll und ganz aus. Steht zu jeder einzelnen Aufgabe ein eigener Text, bedarf es der Lesekompetenz der AG-Schüler, die bei den Jüngsten (1./2. Klasse) auf keinen Fall im ausreichenden Maße gegeben ist. Das ständige Lesen frisst auch bei den älteren unnötig Zeit.

d) Sind wir mal ganz realistisch: Befindet sich auf der Seite mit dem Übungsmaterial (oder auf der sichtbaren gegenüberliegenden Seit) eine andere Beschäftigung (Sudoku, Bild zum Ausmalen, Bilderrätsel …) wird das Augenmerk des Schülers erst einmal dahin gehen -> Ablenkung vom Thema, Zeitfresser. In Arbeitsheften für Kinder, die diese zu Hause/privat bearbeiten, mögen diese Beschäftigungen Sinn machen (zur Auflockerung und zur Motivation), aber nicht beim Einsatz in der AG-Gruppe. Wer mit seiner Aufgabe fertig ist, sollte sie sich eher nachschauen lassen und dann mit der Schachspiel-Phase anfangen, statt die ohnehin schon knapp bemessene Zeit mit dem Lösen von Bilderrätseln oder Sudokus zu füllen.

e) Dazu gehört auch die Übersichtlichkeit pro Aufgabenfeld: Wenn es heißt, in einem Aufgabenfeld alle Gabeln/Doppelangriffe sowohl für weiß als auch für schwarz zu finden und diese zu markieren, ist das Ergebnis alles andere als übersichtlich und klar.


Unter diesen (und weiteren) Gesichtspunkten habe ich eine kleine Analyse einiger auf dem deutschen Markt befindlichen Arbeitshefte vorgenommen und stelle sie hier auf der nächsten Seite zur Verfügung.


Mein Fazit:


Die Hefte der Stappen-Serie (aus den Niederlanden) halte ich mit Abstand für die besten für den Einsatz im Schulschach, danach dann die des Brackeler –Lehrgangs bzw. die Hefte für Schulschach vom Schachbund NRW (die ersten beiden sind praktisch identisch mit dem Brackeler Lehrgang). Das heißt aber nicht, dass es dort nicht auch noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.


Aufruf an die AG-Leiter


Ich würde gerne Ihre Erfahrungen und Wünsche bezüglich Arbeitshefte kennenlernen. Bitte schreiben Sie mir, ob und wie Sie damit arbeiten, was Sie vermissen/gut finden/bemängeln. Vielleicht ist es ja so langfristig möglich, Arbeitshefte zu entwickeln, die dem Namen Schulschach auch gerecht werden.